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Das Wirkprinzip beruht auf der Hemmung der Dihydropteroat-Synthase, wodurch die bakterielle Zellteilung gehemmt wird. Dapsone wird meist oral verabreicht und kann in Kombinationstherapien eingesetzt werden, um die Mikrobennachweise zu reduzieren und entzündliche Hautprozesse zu kontrollieren. Die Substanz ist pharmakologisch etabliert, bedarf jedoch einer sorgfältigen Überwachung aufgrund potenzieller hämatologischer und hepatobiliärer Nebenwirkungen sowie besonderer Vorsichtsmaßnahmen bei bestimmten Patientengruppen.

Was Diaminodiphenylsulfon verwendet wird

Indikationen umfassen primär Dermatitis herpetiformis (Duhring-Streptung) und bestimmte Lepräformen, in denen es in Regimen mit weiteren Anti-Leprakwirkstoffen eingesetzt wird. Zusätzlich kann Dapsone als prophylaktische oder ergänzende Therapie bei Immundefizienz-assoziierten Pneumocystis-jirovecii-Infektionen eingesetzt werden, insbesondere bei Unverträglichkeit gegenüber TMP-SMX. In der Praxis erfolgt die Anwendung unter Berücksichtigung regionaler Therapieprotokolle und individualisierter Risikoprofile des Patienten.

Die Substanz wird als systemische Therapie in variablen Dosierungen eingesetzt; Dapsone zeichnet sich durch eine kombinatorische Wirkung aus, die eine verbesserte Kontrolle dermatologischer Läsionen und Infektionslast ermöglicht. Gezielte Laborüberwachung ist vor Behandlungsbeginn sowie im Verlauf obligat.

Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen

Absolute Gegenanzeigen sind bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Dapsone oder anderen Sulfonaminen sowie schwere Leber- oder Nierenerkrankungen, die eine ausreichende Metabolisierung bzw. Ausscheidung beeinträchtigen könnten. Bei bestehender G6PD-Mesdefizienz besteht ein erhöhtes Risiko für rasche Hämolyse; daher ist eine Diagnostik vor Therapiebeginn sinnvoll. Schwangerschaft und Stillzeit erfordern eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung, da Dapsone die Plazentabarriere passieren kann und in die Muttermilch übergeht; eine anteilige Anpassung oder Alternativtherapie kann erforderlich sein.

Zu den Vorsichtsmaßnahmen gehören regelmäßige Blutbild- und Leberfunktionswerte, da Hematopoese-Veränderungen, Leberwerterhöhungen und seltene Leber-Schäden auftreten können. Es besteht ein erhöhtes Risiko für Methemoglobinämie, besonders bei höheren Dosisniveaus oder bei gleichzeitiger Exposition gegenüber weiteren oxidierenden Substanzen. Eine sorgfältige Beobachtung bei älteren Patienten, Kindern, G6PD-defizienten Personen und bei gleichzeitiger Einnahme potenziell oxidativer Medikamente ist unerlässlich. Eine rasche Therapiebeendigung ist angezeigt, wenn sich Zeichen eines Dapsone-Hypersensitivitätssyndroms (DRESS) entwickeln (z. B. Fieber, Hautausschlag, Leukozytose oder Hepatitis).

Laborüberwachung vor Therapiebeginn sollte Baselineszenen umfassen (CBC, Leberwerte, Glukose) sowie eine ausreichende Anamnese zu G6PD-Mangel und Porphyrien. Während der Behandlung sind regelmäßige Kontrollen des Blutbilds (insbesondere Hämoglobin, Counts) sowie der Leber- und Nierenfunktion angezeigt. Achten Sie auf Anzeichen von Cyanose oder Dyspnoe, die auf Methemoglobinämie hindeuten könnten.

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Sehr häufig: Methemoglobinämie mit Blaufärbung der Haut und Schleimhäute, insbesondere bei dosisintensivierter Behandlung oder G6PD-Mangel; hämolytische Prozesse und Anämie können auftreten.

Häufig: Leichte bis mittelschwere gastrointestinale Beschwerden (Nausea, Erbrechen, Bauchschmerzen), Kopfschmerzen, Schwindel, Hautreaktionen wie Rötung oder Juckreiz. Einzelfälle von Leuko- oder Thrombozytopenien wurden beschrieben.

Gelegentlich: Hypersensitivitätsreaktionen einschließlich Hautausschlägen, Fieber, eosinophiler Aktivität, Leberwerterhöhungen (transient oder fortschreitend); Malaise; Gelenk- oder Muskalschmerzen.

Selten: Agranulozytose, schwerwiegende Hepatopathien, fulminante Leberinsuffizienz, schweren Hautformen wie Stevens-Johnson-Syndrom; durch Blutzellveränderungen bedingte Anämien oder Neutropenie; neurologische Symptome wie Neuropathie wurden berichtet, bleiben aber selten.

Sehr selten: schwere multisystemische Reaktionen, Pankreatitis oder Porphyrie-Rezidive können auftreten; Medizinische Überwachung wird empfohlen, um frühzeitig zu reagieren.

Interaktionen mit anderen Substanzen

Wesentliche Arzneimittelwechselwirkungen schließen Rifampicin ein, das die dapsonebasierte Substanz metabolisieren und dadurch die Plasmaspiegel reduzieren kann; die Wirksamkeit bei Lepra-Therapie könnte beeinträchtigt sein und eine Dosisanpassung oder alternative Therapiestrategien erfordern.

Hemmende oder induzierende Wirkungen anderer Enzyme können durch Cimetidin oder ähnliche H2-Rezeptorantagonisten auftreten; diese Substanzen können Dapsone-Spiegel erhöhen und damit das Risiko toxischer Effekte verstärken. Eine enge Überwachung ist angeraten.

Weitere potenzielle Interaktionen betreffen oxidationsvermittelnde Medikamente (z. B. Nitrite, andere Sulfonamide, Nitrofurantoin), die das Risiko einer Methemoglobinämie erhöhen können. Gleichzeitige Gabe von Folatantagonisten (Pyrimethamin, Trimethoprim-Sulfamethoxazol) kann additive hämatologische Toxizitäten verursachen; eine Abstimmung der Behandlung ist erforderlich.

Berichte deuten darauf hin, dass Warfarin-Interaktionen möglich sind; eine Anpassung der INR-Überwachung wird empfohlen, falls eine gleichzeitige Antikoagulation erfolgt. Wechselwirkungen mit anderen Leprat,lized Therapien oder Mukosa-aufhellenden Medikamenten sollten spezifisch geprüft werden.

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Claudia Steiner
Medizinisch überprüft von
Claudia Steiner
Dr. med., Fachärztin FMH für Allgemeine Innere Medizin